✦ Neu entdeckt Nature Geoscience · September 2024

Nº 108 · Natur · 55 Sek

Hebt ein Fluss den Mount Everest an? Forschende streiten

Der Mount Everest mit schneebedeckter Nordwand am Ende eines steinigen Tals unter blauem Himmel
Foto: Ocrambo · Public domain · Original

Der höchste Berg wächst

Der Mount Everest wächst um etwa 2 Millimeter pro Jahr. GPS-Messungen deuten darauf hin, dass er sich zuletzt schneller hebt als im langjährigen Trend. Und er ragt auffällig weit über seine Nachbargipfel hinaus.

Deine Vermutung

Was könnte den Everest laut einer Studie von 2024 zusätzlich anheben?

15 bis 50 Meter

15–50Meterder Höhe könnten so entstanden sein, schätzt das Team

Ein Team der China University of Geosciences in Peking und des University College London rekonstruierte die Anzapfung mit einem Rechenmodell, abgeglichen mit heutigen Flussprofilen. Das Ergebnis, erschienen in Nature Geoscience: 15 bis 50 Meter der auffälligen Höhe könnten auf diesen Effekt zurückgehen.

Der Widerspruch

Im Juli 2026 widersprachen Joel Leonard und Kelin Whipple: Die Flussprofile ließen sich einfacher mit Regen an den Bergen erklären, auch Befunde aus dem Arun-Tal sprächen dagegen. Das Team um Xu Han hielt dagegen: Mit Regen gerechnet ändere sich nichts, und die Talbefunde deutete es anders. Entschieden ist der Streit nicht.

Meeresboden auf dem Gipfel

Ganz oben liegt übrigens ehemaliger Meeresboden: Die höchsten Gesteine der Erde sind fossilhaltiger Meereskalk aus dem Ordovizium. Die Internationale Union der Geowissenschaften zählt sie seit 2022 zu 100 geologischen Erbe-Stätten der Welt.