Deine Vermutung
Seit wann ist gemessen, dass Antimaterie nach unten fällt?
Warum man es prüfen musste
Nach Einsteins Relativitätstheorie fallen alle Massen gleich, egal woraus sie bestehen. Antimaterie kannte Einstein 1915 aber noch nicht. Die meisten Theoretiker erwarteten, dass auch sie angezogen wird. Einige spielten jedoch durch, was es für den Kosmos hieße, wenn Materie sie abstößt.
Ein Atom aus Antiteilchen
Die Schwerkraft ist die mit Abstand schwächste der vier Grundkräfte. Ideal für den Test ist deshalb Antiwasserstoff: elektrisch neutral und stabil, ein Positron, das ein Antiproton umkreist. Eine Magnetfalle hält die Anti-Atome fest, damit sie keine Materie berühren und zerstrahlen.
Die Falle öffnet sich
In der senkrechten Anlage ALPHA-g fing das Team jeweils rund 100 Anti-Atome und ließ sie über 20 Sekunden langsam frei. Für normale Materie sagten Simulationen voraus: etwa 20 % entweichen nach oben, 80 % nach unten. Beim Antiwasserstoff war es ebenso.
Exakt gleich? Noch offen
Gemessen wurden 0,75 g – g ist die normale Fallbeschleunigung –, mit einer Unsicherheit von rund 0,2 g. Das passt zur normalen Schwerkraft; abstoßende »Antigravitation« ist ausgeschlossen. Ob beide exakt gleich fallen, soll eine genauere Messung mit lasergekühlten Anti-Atomen zeigen.
