Eine Blume wird Luxus
10.000Guldenbrachte die teuerste Tulpe, Semper Augustus, auf dem Höhepunkt
Im Februar 1637 kosteten manche Tulpenzwiebeln mehr als das Zehnfache dessen, was ein guter Handwerker im Jahr verdiente: Der kam auf etwa 300 Gulden. Die teuerste Tulpe, Semper Augustus, wurde sogar für 10.000 Gulden verkauft.
Deine Vermutung
Was machte die teuersten Tulpen so prächtig gestreift?
Handel mit Luft
Gehandelt wurden meist keine Zwiebeln, sondern Verträge über künftige. Die Niederländer nannten das »Windhandel«, Handel mit Luft. Einer Satire von damals zufolge fand sich am 3. Februar 1637 in Haarlem bei einer Versteigerung kein Käufer mehr. Kurz darauf brachen die Preise ein.
Der Mythos vom großen Ruin
Weltbekannt wurde die Geschichte 1841 durch ein Buch des Journalisten Charles Mackay: Viele Anleger seien ruiniert worden. Anne Goldgar prüfte für »Tulipmania« (2007) alte Verträge. Unter den vielen Händlern, die sie aufspürte, hatten weniger als ein halbes Dutzend Geldsorgen – und auch da ist unklar, ob wegen Tulpen.
Deep Dive
Wie die Tulpe nach Holland kam
Oft heißt es, der Gesandte Ogier de Busbecq habe 1554 die ersten Tulpenzwiebeln und Samen aus dem Osmanischen Reich nach Wien geschickt. Der Botaniker Carolus Clusius pflanzte 1573 Tulpen im kaiserlichen Garten in Wien und schrieb 1592 das erste große Werk über sie, samt ihren Farbvarianten. 1593 ging er an die Universität Leiden und setzte seine Sammlung in den neuen Hortus Botanicus. Die Zwiebeln vertrugen das raue Klima der Niederlande – und die Tulpe wurde bald beliebt.
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