✦ Neu entdeckt Science Advances · April 2025

Nº 048 · Wahrnehmung · 55 Sek

Fünf Menschen haben eine Farbe gesehen, die es in der Natur nicht gibt

Aufnahme einer gesunden menschlichen Netzhaut mit Blutgefäßen und Sehnervkopf
Foto: Mikael Häggström · CC0 · Original

Deine Vermutung

Welches Licht reizt nur die mittleren Zapfen (M) im Auge?

Diagramm: Empfindlichkeitskurven der S-, M- und L-Zapfen über dem Farbspektrum von 400 bis 700 Nanometern
Empfindlichkeit der drei Zapfentypen je Wellenlänge (in Nanometern). Die Kurven von M und L überlappen fast vollständig.Visualisierung: BenRG · Public domain · Original

Laser statt Lampe

Das Team um Ren Ng und Austin Roorda kartierte zuerst ein kleines Stück der Netzhaut jeder Versuchsperson, Zapfen für Zapfen. Dann rastert ein Laser darüber und feuert nur, wenn er auf eine M-Zelle zielt. Eine Infrarot-Kamera verfolgt dabei jede Augenbewegung. Das Bild ist so groß wie ein Fingernagel am ausgestreckten Arm.

Satter als jede Spektralfarbe

Die Versuchspersonen beschrieben olo als Blaugrün von beispielloser Sättigung. Die sattesten natürlichen Farben sind reine Spektralfarben wie Laserlicht. Um olo der nächstliegenden anzugleichen, mussten sie es erst mit Weiß verdünnen. Traf der Laser absichtlich leicht daneben, sahen sie nur das gewöhnliche Grün des Lasers.

Was offen ist

Olo haben bisher nur fünf Menschen gesehen, drei davon sind Mitautoren der Studie. Ganz rein ist es auch nicht: Ein Teil des Lichts trifft Nachbarzellen. Ob olo wirklich eine »neue« Farbe ist, halten manche Fachleute für Ansichtssache.

Deep Dive

Drei Zapfen, drei Zahlen

Farbe beginnt mit sechs bis sieben Millionen Zapfen in jedem Auge. Es gibt drei Typen: L-Zapfen reagieren am stärksten bei etwa 560 Nanometern, M-Zapfen bei 530, S-Zapfen bei 420 (gemessen am Sehpigment). S-Zapfen sind in der Minderheit, je nach Zählung rund 7 bis 12 %, und das Verhältnis von L zu M schwankt stark von Mensch zu Mensch: Bei zwei Männern maß man 75,8 % L und 20,0 % M beziehungsweise 50,6 % L und 44,2 % M. Die Idee der drei Empfänger formulierte Thomas Young 1802, ähnlich schon George Palmer 1777. Hermann von Helmholtz zeigte später mit Farbmischversuchen, dass Menschen mit normalem Farbsehen drei Wellenlängen brauchen, um die übliche Farbpalette nachzustellen.

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  1. Drei Lichtfarben genügen
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  5. Unmögliche Farben ohne Laser
  6. Wie Oz einzelne Zapfen trifft
  7. Was die Versuchspersonen berichteten
  8. Was offen bleibt
  9. Quiz mit 3 Fragen
  10. 4 Kernaussagen zum Mitnehmen