Haferflocken als Städte
Ein Team um Atsushi Tero und Toshiyuki Nakagaki von der Universität Hokkaido legte Haferflocken so aus wie Tokio und 36 Städte im Umland. Den Schleimpilz Physarum polycephalum setzten sie auf den Punkt für Tokio. Er ist eine einzige, mit bloßem Auge sichtbare Zelle mit vielen Zellkernen.
Erst überall, dann nur das Nötige
Zuerst breitete sich der Schleimpilz gleichmäßig aus. Dann verstärkte er die Schläuche zwischen den Flocken und ließ die übrigen verkümmern. Nach etwa einem Tag stand ein Netz aus Nährstoff-Schläuchen, das dem Bahnnetz um Tokio sehr ähnlich sah.
Deine Vermutung
Wie schnitt das Netz des Schleimpilzes im Vergleich zur echten Bahn ab?
Was »ähnlich« heißt
Verglichen wurden drei Dinge: die Gesamtlänge der Verbindungen, also die Kosten. Wie kurz die Wege zwischen zwei beliebigen Orten sind, also die Effizienz. Und ob das Netz zusammenhält, wenn eine Verbindung zufällig reißt – die Ausfallsicherheit.
Regeln statt Gehirn
Aus dem Verhalten machte das Team ein Rechenmodell: Schläuche mit viel Durchfluss werden dicker, überflüssige verschwinden. Solche Regeln könnten helfen, Netze ohne zentrale Steuerung zu bauen, etwa Funknetze aus Sensoren. 2010 gab es dafür den Ig-Nobelpreis für Verkehrsplanung.
