Nº 069 · Technik · 55 Sek

Der erste lernende Computer sollte laufen und sprechen können

Ein Mann in Hemd und Krawatte justiert die Kamera des Mark I Perceptron, die auf einen großen Buchstaben C gerichtet ist
Foto: National Museum of the U.S. Navy · Public domain · Original

Deine Vermutung

Was erwartete die US-Marine 1958 laut New York Times von der Maschine?

Links oder rechts?

50Versuchebrauchte der Rechner, um es zu lernen

Im Juli 1958 bekam ein IBM 704 – fünf Tonnen schwer, so groß wie ein Zimmer – Lochkarten vorgelegt. Manche waren links markiert, manche rechts. Nach 50 Durchgängen konnte er sie selbst auseinanderhalten. Niemand hatte ihm die Regel einprogrammiert.

Ein Auge aus 400 Zellen

400Fotozellenbildeten die »Netzhaut« des Mark I Perceptron

Danach baute Rosenblatts Team eine eigene Maschine, das Mark I Perceptron. Eine Kamera mit 20 × 20 Fotozellen lieferte ein Bild aus 400 Punkten. Was die Maschine lernte, steckte in Drehwiderständen, die Elektromotoren beim Lernen nachstellten.

Der Rückschlag

1969 zeigten Marvin Minsky und Seymour Papert in ihrem Buch »Perceptrons«, was solche einfachen Netze nicht berechnen können, etwa die XOR-Funktion. Das Buch gilt als ein Grund, warum sich die Forschung danach jahrelang anderen Ansätzen zuwandte. Rosenblatt starb 1971 bei einem Segelunfall, an seinem 43. Geburtstag.

Die Idee war richtig – nur zu klein

Heutige neuronale Netze arbeiten nach demselben Prinzip: Sie geben eine Antwort ab, und liegen sie falsch, stellen sie sich ein wenig nach. Rosenblatt hätte es nur millionenfach größer machen müssen, sagt der Cornell-Informatiker Thorsten Joachims.