Nº 077 · Technik · 1 Min

2024 gab es gleich zwei Nobelpreise für KI

Geoffrey Hinton spricht an einem Rednerpult der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften
Foto: Jay Dixit · CC BY-SA 4.0 · Original

Deine Vermutung

Wofür gab es 2024 den Nobelpreis für Physik?

Ein Gedächtnis aus winzigen Magneten

John Hopfield baute ein Netz, das Bilder speichern und wiederherstellen kann. Er nutzte die Physik magnetischer Materialien, in denen jedes Atom wie ein winziger Magnet wirkt. Bekommt das Netz ein verrauschtes Bild, verändert es Punkt für Punkt seine Werte, bis es beim ähnlichsten gespeicherten Bild landet.

Die Boltzmann-Maschine

Geoffrey Hinton baute darauf auf. Seine Boltzmann-Maschine lernt, typische Merkmale in Daten zu erkennen, mit Werkzeugen der statistischen Physik. Sie kann Bilder einordnen oder neue Beispiele erzeugen. Hinton half so, die heutige rasante Entwicklung des maschinellen Lernens anzustoßen.

Handgezeichnetes Bänderschema eines Proteins: grüne Pfeile im Inneren, braune Spiralen außen herum
Ein Protein als Bänderschema, 1981 von Hand gezeichnet von Jane Richardson.Illustration: Jane Richardson · CC BY 3.0 · Original

Und der Chemie-Preis?

200Mio.Proteinstrukturen konnte AlphaFold2 vorhersagen

Proteine falten sich zu 3D-Formen, und die Form bestimmt, was sie tun. Diese Form aus der Abfolge der Bausteine vorherzusagen, galt 50 Jahre lang als extrem schwer. 2020 stellten Demis Hassabis und John Jumper das KI-Modell AlphaFold2 vor – und bekamen dafür den halben Chemie-Nobelpreis 2024.